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Bericht über Umsetzung die staatlicher Vorgaben zum Kiesabbau in Schönberg aus dem Jahr 1978

Sachstandsbericht an die Regierung der DDR zum Fortschritt der Arbeiten beim VEB Deponie Schönberg 1982

1.Vertrag eines Lübecker Unternehmen mit dem VEB Bergbau Handel aus der DDR 1979

2.Vertrag eines Lübecker Unternehmen mit dem VEB Bergbau Handel über die Lieferung von Sondermüll ab 1982

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Besprechungsprotokolle vom September1980 die belegen , dass eine Genehmigung zum Betrieb der Deponie noch nicht erteilt war , der Müll aber bereits schon in Massen anrollte .Weitere Recherchen haben ergeben -die Deponie Schönberg verfügte niemals über eine ordnungsgemäße Genehmigung . Ein Beschluß des Ministerrates kann keine Genehmigung ersetzen.

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Medienberichten der freien Presse begegnete die DDR Administration mit probagandistischen Instrumenten . Ein Presseartikel 1982 "Das Geheimnis der verschwundenen Fässer " rief eine solche Reaktion hervor . Die Lüge ist wesentlicher Bestand dieser Stellungnahme. Minister Flessner ( Schleswig-Holstein ) konnte sich am 9.11.1981 von der"Ordnungsmäßigkeit des Deponiebetriebes" überzeugen . Wie ua. diese Ordnungsgemäßigkeit in der Praxis ausgesehen hat zeigt dieser Bericht .

Ob Flessner nun für blöd verkauft werden sollte , ob Bestechungsgelder von Hilmer an die CDU-Partner in Schleswig-Holstein oder sogar die fachliche Inkompetenz des Schleswigholsteinischen Landwirtschaftsministeriums bei der Entscheidungsfindung Flessners eine Rolle spielten , dass kann man aus den nachfolgenden Berichten selbst ermitteln. Übrigens waren Flessner , Hilmer und Stasi Seidel nicht nur privat ein Team . Über Flessner , Conrad und das Geld von Hilmer unterhielt die Stasi in Ostberlin enge Kontakte bis hin zu Uwe Barschel (CDU) . Für alle Beteiligten waren diese Kontakte sowohl für den dienstlichen Gebrauch , vor allem was die Karriere anbetrifft , als auch für die Befriedung materialler Begehrlichkeiten von höchster Bedeutung .

Uwe Barschel (CDU) . . . . . Ministerpräsident SH bis 1987

Flessner (CDU) . . . . . Minister Landwirtschaft (SH)

Conrad ( CDU) . . . . . . . . .Staastsekretär im Landwirtschaftsministerium (SH)

Hilmer ( FDP) . . . . . Günstling der Stasi und späterer Müllmulti (SH)

E. Seidel (SED) . . . . Chef der INTRAC und Stasimitarbeiter ( Ostberlin/ DDR )

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Angeblich rollten erst ab 1982 die Giftmülltransporte in die DDR . Der Bedarf an weiteren Sondergräben im Jahre 1984 für die Aufnahme von hochgiftigen Müll stieg rasant. Die Sondergräben sind im Kataster der Sondermülldeponie Ihlenberg im Jahre 2005 nicht aufgeführt. In der Altlastenanzeige nach §9A Abfallwirtschaftgesetzgebung von 1990 , im Zuge der Widervereinigung und den beabsichtigten Weiterbetrieb der Sondermülldeponie durch A.Hilmer gemeinsam mit der Treuhandgesellschaft, wurde die Existenz der Sondergräben als Teile der Gesamtanlage verschwiegen .Die Sondergräben können keinen Bestandschutz genießen , weil diese rechtswidrig betrieben wurden .

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Chemische Substanzen PAK- vorerst streng vertraulich . .Was ist das ? Wie gefährlich ist dieser Stoff / Stoffgruppen ? Die Frage stellen sich die Verantwortlichen 1983 in Schönberg und Ostberlin ebenfalls. Parallel dazu verläuft der Giftmülltransport nach Schönberg ungehindert. Wegen so bisschen Gefährlichkeit stellt man doch nicht das Devisen- Geschäft in Frage . Außerdem ist nicht die Führung in Berlin , sondern nur der Pöbel in Schönberg betroffen. Ein Opfer für den Sozialismus müssen wir alle gemeinsam erbringen.

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Nachdem sich die Genossen Oberen in Ost-Berlin mit den giftigen Substanzen bereits im vertrauchlichen befasst haben , bekommt jetzt im Dezember 1983 auch der Direktor des VEB-Deponie Schönberg etwas mit. . Seine untergebenen Werktätigen - 64 an der Zahl - wühlen derweil immer noch mit den "bloßen Händen" im giftigen Dreck. Später wird sich der eine oder andere die Frage stellen ;

Warum habe gerade ich ein Krebsleiden ?

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Sorge um das Image bereitet den Verantwortlichen Kopfzerbrechen . Nicht die Fürsorge oder die Tatsachen, sondern einzig die politische Diskussion beflügeln das Handeln.1984 werden Mülltransporte wegen zu hoher Dioxin-Belastungen vorübergehend gestoppt. Auf der Deponie erfährt niemand von den Vorgängen um das krebserregende Dioxin .

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Probaganda war ein sehr wichtiges Instrument . Zum einen wurde die Aussenwirkung der Sondermülldeponie aufgebaut, zum anderen und mehr nach innen gerichtet , schuf diese eine scheinbare Legitimität. Nicht jeder Genosse war geneigt, über die Dinge nachzudenken -konnte er sich doch stets auf die Vorgaben von Oben stützen .So entstand ein einheitliches Bild der Dinge, worüber zu diskutieren sich an Ermangelung der Notwendigkeit erübrigte. Und so funktionierte der Apparat :.. . . Ein Widerruf auf eine DPA Meldung aus Maerz1983- "Abfälle aus Mailand haben keine giftigen Inhaltstoffe ". Oder auch so . . . zur Pressemitteilung der BRD Partei die GRÜNEN  .. . . .Auch hier war die Lüge wichtiger Bestand der Information . So u.a . . . Abfallstoffe der Giftklasse 1 und 2 aus der DDR wurden auf der Deponie in Schönberg angeblich nicht abgelagert ( Siehe auch Beschluß des Ministerrates). . . . . Fließgewässer wie Stepenitz und Maurine wurde angeblich regelmäßig untersucht und noch viel schlimmer . Der, diesen Wasserläufen vorgelagerte Rupensdorfer Bach, mit dem Unterirdischen Kanal (Wasserleiter L5/2) wurde einfach weggeredet.. . . . . Interessant in dieser Meldung auch der allgegenwärtige Geschiebemergel. (80m ). Hatten doch die gleichen "Wissenschaftler" in der DDR zuvor 1978 umfangreiche Kieslagerstätten an gleicher Stelle , dem Ihlenberg ausgemacht.

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Kaum zu glauben , aber auch das gab es in der DDR- eine Behörde , die es wagte zu rügen und Mängel aufzuzeigen . Die Standsicherheit des rasant anwachsenen Deponiekörpers entsprach keinesfall den Bestimmungen .1983 während einer Begehung durch das Bergbauamt Staßfurt wurden die Mängel beim Aufbau der Deponie herausgestellt und Abhilfe eingefordert .

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Gesundheit und Sicherheit - kein Thema für Schalck G. und seine Genossen. Devisenbeschaffer von der INTRAC . 1985 in einem internen, streng geheimen Bericht wurde das ganze Desaster um den Deponiekörper offengelegt Die Rede ist davon , dass erst der Müll abgekippt wurde ( bis zu 300 LKW Ladungen am Tag ) Später erst wurde dann projektiert.- z.B. eine Basisabdichtung oder ein Drainagerohr errichtet .Tatsächlich wurde größtenteils gar nichts unternommen , denn an einer geordneten Projektierung bei einem Müllaufkommen von bis zu 1 Million Tonnen im Jahr und einem Personalbestand von 64 zum Teil ungeschulten Personen, war daran gar nicht zu denken. Erinnert sei dabei auch an die angeblichen chemischen Analysen (Abfallproben)- diese brauchten in der Regel 2 bis 3 Monate , bis ein Ergebnis vor lag. Mit anderen Worten - es herrschte das typische sozialistische Chaos . . . hohe Planerfüllung -nichts dahinter .

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1986 - Das Anlegen von Sondergräben sollte noch schneller und vor allem billiger erfolgen. Während sich am Eingangstor die Müllhändler aus aller Welt und bundesdeutsche Politiker die Klinke in die Hand gaben , geschah im hinteren , nicht einsehbaren Teil Dinge , die die Deponie so berühmt machten.(hier ein paar Photos). Natürlich konnte man den Dreck,der so u.a. aus Italien der Schweiz oder Österrreich angeliefert wurde, nicht einfach auf den Acker kippen. Auch durften die Bundesdeutschen Politiker und Behördenvertreter niemals erfahren, was sich auf der Giftmüllkippe wirklich abspielte . So entstand diese Anweisung (.pdf···2MB) erarbeitet und Umgesetzt von " kompetenten" Personen des VEB Deponie Schönberg . Mit Umweltschutz und TA Abfall hat das was hier geschah weniger zu tun . In der Altlastenanzeige nach §9A im Dez. 1990 tauchte ein solcher Sachverhalt nicht auf . Spätestens zu diesem Zeitpunkt im Jahre 1990 wäre dies ein Fall für die Staatsanwaltschaft gewesen .

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Noch hinzugefügt : Die Verarbeitung von hochgiftigen Abfallstoffen erfolgt auf dem Gelände der Deponie unter freien Himmel . Das war 1986 so und wird auch im Jahre 2008 so betrieben. Ob die Mitarbeiter bei der Arbeit wirklich die Gasmasken tragen, wie vorgegeben , das entzieht sich leider unserer Kenntnis . Das soll die zuständige Berufsgenossenschaft selbst rausfinden. Angeblich werden alle Erkrankungen unter den Deponiemitarbeitern vom Betriebsarzt erfaßt.

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Datensucht und Steuerung . . . aus dem Hause Mielke (die Person , das Unternehmen , die Politik ). Wer glaubt, dass alles nur ein Zufall war , der irrt.

Fortsetzung folgt . . . . . .